»Wenn die Parameter stimmen«

Keine Vorurteile gegen Frauen an der Parteispitze: In Hans Rauschers Welt möchte man leben. Nicht-gewählten Frauen fehlen halt die Qualifikationen.

Foto Einserkastl Printausgabe "Der Standard"

»An sich okay« seien mehr Frauen an der Spitze. Das schreibt Hans Rauscher im Einserkastl des heutigen Standard. Die Kolumne ist eine Reaktion auf die Geschlechtsumwandlung per Photoshop der Grünen anlässlich des Weltfrauentags (Rauscher schreibt den unter Anführungszeichen – warum auch immer).

Für den Hugo, argumentiert Rauscher:

Mit dieser Kampagne wollen die Grünen „die anderen Parteien ermuntern nachzudenken, ob es nicht gut wäre, mehr Frauen an der Spitze zu haben“. So wie die Grünen halt. Die anderen Parteien werden natürlich überhaupt nichts dergleichen tun, weil gegen Frauen an der Spitze einer Partei in ganz Europa kein wirkliches Vorurteil mehr besteht und es auch dazu kommt, wenn die Parameter stimmen.

Also: Gleichbehandlungsmäßig passt alles – in ganz Europa – weil formal die Möglichkeit besteht, eine Frau als Parteivorsitzende zu wählen. Und: Es gibt keine Vorurteile gegen Frauen in Spitzenpositionen. Keine wirklichen halt.

Gewagte These. Wir wissen zB, dass fünf der sechs Fraktionen im Nationalrat männliche Klubchefs vorsitzen. Hans Rauscher wäre ein schlechter Kolumnist (und das ist er nicht), wenn er dafür keine Erklärung mitliefern würde: Die Parameter stimmen nicht.

Seit etlichen Jahrzehnten können Frauen formal Parteivorsitzende, Klubchefinnen, Spitzenkandidatinnen werden. Tun sie aber kaum. Zu den Parametern, die Rauscher meint, zählen offenbar vor allem Anzug, tiefe Stimme und ein Penis.

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